Futur II

In der Mitte des Jahres 2025 erreichte mich ein seltsames Gefühl: als ob ich alles erreicht hätte, als ob alles gut wäre.

Und für einen Wimpernschlag lang war es das auch.

Dann geht man in einen Meetingraum hinein und kommt neunzig Minuten später erschüttert heraus. Geht in die Mittagspause und kommt zurück zu einer veränderten Führungsstruktur. Muss ein NDA unterschreiben, blickt in die Gesichter anderer und denkt: wenn ihr wüsstet, was hier hinter den Kulissen gerade abgeht.

Girlbossed a little too close to the sun. Ich gehöre jetzt zu denen, die hinter den Vorhang schauen. Ich sehe die Zahnräder, das Klebeband und die Kabelbinder. Pappmaché. Keine Illusionen mehr.

Die fünf Phasen der Trauer nach Kübler Ross gelten als überholt und wissenschaftlich nicht bewiesen. Ich habe gehadert und ich würde sagen: auch getrauert, obwohl eigentlich noch gar nichts passiert ist. Fest steht, dass in 2026 etwas passieren wird, das das Unternehmen, für das ich arbeite, wahrscheinlich stark verändern wird. Ob ich davon noch Teil sein wollen werde?

Mittlerweile hat sich eine gewisse Gelassenheit eingestellt. Ich habe Abschied genommen von einer weiteren Illusion: der, final etwas erreicht zu haben. Ich bin nun bereit – zugegebenerweise etwas widerwillig – mich auf die Unwägbarkeiten der nahen Zukunft einzulassen. Es wäre schön gewesen, einmal eine Weile in einem ruhigen Boot zu segeln, mit festen Koordinaten, aber es scheint mir nicht gegeben zu sein.

No matter. Onwards.

Leicht widersprüchlich, aber gerade in dieser Phase der von außen aufgedrückten Veränderung bin ich nun auch für etwas anderes endlich bereit: Dating.

Verrückte Welt.

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