Anstrengend war das heute. Von den 8 Items auf meiner nicht-beruflichen To-do-Liste habe ich nur zweieinhalb abgearbeitet: das Auto von der Werkstatt abgeholt, das Mobilfunkthema weiter vorangetragen und das Hotel für morgen storniert. Ich wollte mit meiner Mutter drei Tage wegfahren, wir haben das jetzt aber in gemeinsamen Einvernehmen auf zwei Tage gekürzt.
Wirres hat in seinem Blog über mein Blog geschrieben, wie in den Frühzeiten des Internets. Wir hatten ja damals nichts, kein Twitter etc, und haben dann in den Kommentarspalten und über die Referrer miteinander kommuniziertund es „die Blogosphäre“ genannt. Als ich Teenager war, gab es gar kein Internet und auch keine Mobiltelefone, also kein SMS. Da habe ich manchmal Botschaften für meine Schulfreunde mit Kreide auf den Gehweg geschrieben: „die fünfte Stunde ist ausgefallen, sitze im Cafè Huber!“.
Bloggen verändert das Denken, meint Wirres. Ich weiß nicht, ob ich soweit gehen würde. Es verändert auf jeden Fall den Blickwinkel: anstatt jemand zu sein, dem die Dinge widerfahren, werden wir zu einem Autor, einer Autorin, die die Dinge erzählt, und das Erzählen gibt uns Macht über die Dinge. Kreativ sein fühlt sich außerdem oft sehr lebendig an. Ich schreibe zwar nicht gerne, aber ich mag das Gefühl, etwas geschrieben zu haben.
Zum Thema Urlaub findet Wirres, zuhause sei es doch am schönsten. Es gibt in der Tat nur selten Ferienhäuser, die mir denselben Komfort bieten wie meine Wohnung (mit Ausnahme eines Pools). Mit dem Wegfahren ist es aber wie mit dem Bloggen: es ist der Rollenwechsel, der mir gut tut. Nichts tun, oder doch zumindest nur tun, worauf ich gerade Lust habe, fällt mir daheim nicht so leicht. Denn ich könnte ja jederzeit den Badezimmerschrank durchsortieren oder die Steuererklärung machen oder den Laptop aufklappen und nur ganz kurz diese Email…Vielleicht auch eine Übungsfrage, oder, wie Frau Novemberregen seit kurzen sehr gerne zu mir sagt: „du hast es ja in der Hand!“. Morgen kann ich es auf jeden Fall einmal ausprobieren, denn ich habe frei und bleibe zuhause.
