shrink [und Bukowski, nacherzählt]

Bei Herrn Bov über die Simulation eines Psychiaters gestolpert.
Ich habe folgende Frage gestellt bekommen:

„Wie soll ich mit Ihnen reden, wenn Sie nichts sagen?“

Gute Frage. Ich werde mich also bemühen, aufzuschreiben, wie das Treffen mit Winnie am Sonntag und ihre Geburtstagsfeier gestern waren. Nein, ich werde mich bemühen, aufzuschreiben, was ich gefühlt habe…es ist ein bißchen, wie jemandem das Achterbahnfahren zu erklären, der noch nie Achterbahn gefahren ist. Der Wagen wurde ganz, ganz hoch gezogen, jetzt fällt man in die Tiefe, geht in die erste Kurve und man weiß, gleich kommt der Looping.

Ich wollte noch Bukowski einbringen. In seinem Buch Post Office erzählt er von seiner Arbeit als Briefsortierer bei der Post, d.h er sortiert nachts Briefe in die Kästen, die morgens von den Briefträgern ausgetragen werden. Irgendwann wird von ihm eine Weiterbildung verlangt, die er entweder besteht oder den Job verliert. Er soll Briefe, bei denen der Absender eine inkorrekte oder keine Postleitzahl angegeben hat, zuordnen. Dies bedeutet, daß er sämtliche Straßen samt der dazugehörigen Postleitzahl auswendig lernen muß. Bei einem Abschlußtest soll er 95 von 100 Straßen in 8 Minuten richtig zuordnen.
Er ist verzweifelt und weiß nicht, wie er das schaffen soll. Also schildert er seine Situation einem imaginären Psychiater. Dieser antwortet:

„Well, my boy, you`re not crazy for not wanting to study this. I`d be more apt to say that you were crazy if you wanted to study this. That`ll be $25.”

Und der Erzähler sagt:
„So I analysed myself and kept the money.“

Ich liebe diesen Satz.

(Am Ende muß er es dann doch lernen. Er hilft sich, in dem er sich die einzelnen Straßen als Personen vorstellt, die eine Orgie feiern. Jede Straße hat dabei besondere sexuelle Vorlieben. Die Eselsbrücke funktioniert.)

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