Stand der Dinge

im November schrieb ich:

a room of one`s own. küche mit aquarium. clownfische wären gut. die wochenenden frei. das geld eigen. die arbeit gebunden. steht im regal. ordnung, ruhe, stille. wie unter wasser.
mein traum. meine hoffnung. mein ziel.

Wie fühlt es sich nun an, das Ziel erreicht zu haben?
Ich hab immer noch kein Aquarium – es hat nur für zwei Bücher über Aquaristik gereicht.
Wenn ich über die Warschauer Brücke nach Hause gehe, passieren merkwürdige Dinge mit mir. Es ist, als ob der Wind durch mich durchbläst und alles Nebensächliche von mir löst. Nirgendwo sonst in der Stadt ist man so den Elementen ausgesetzt. Mein Blick reicht weit, es gibt wieder einen Horizont. Ich liebe meine Arbeit, mein Projekt, ich mag die Seite meines Selbst, die ich im Labor und im Umgang mit meinen Kollegen präsentiere. Es hinter sich zu lassen, jeden Abend, eine andere Seite aufschlagen, ursprünglicher, schlichter, ungekünstelt, unüberlegt sein, das alles macht es schöner, wieder zurückzukehren.

Nicht, daß ich jetzt ganz wäre, aber sagen wir mal: drei viertel.

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