Pornographie ist wie eine Pauschalreise

“Pornographie ist wie eine Pauschalreise: die Leute haben Sehnsucht nach fernen Ländern, kommen aber nie aus ihrem Club raus.“ Martin Amis, sinngemäß, Mitautor von Pornoland.

Meine Pornophase war ziemlich kurz, vielleicht ein halbes Jahr, ungefähr ein Dutzend mpegs in einem Ordner. Frauen als Konsumentinnen von Pornos ist so ein Thema…ich suchte nach Authentizität, „das fühlt die jetzt wirklich“, aber es ist ja alles immer gespielt. Kann sein, daß die Grenzüberschreitung an sich schon stimulierend wirkt, man findet sich selbst verrucht, aber dann ist man drüber, über der Grenze, und jetzt?

Ich habe ihn gelöscht, den Ordner, es gab ein kurzes Zögern meines Fingers vor dem Click, ungefähr so, wie wenn ich meinen Kühlschrank aufräume und alles jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums wegschmeisse, dieses kurze Zögern: „vielleicht esse ich es ja doch noch…“, ich esse es nie, weil ich mich letztlich doch ekle, besser weg damit.

„Pornodarsteller sind die modernen Gladiatoren unserer Zeit. Wie damals im alten Rom: einige wurden berühmt und gewannen ihre Freiheit, aber die meisten blieben Sklaven.“

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