pass auf dich auf

„Triffst du dich mit jemanden?“, frage ich.
Sie nickt.
„Ist er gut zu dir?“
„Jaaa!“ sagt sie, sonst würde sie sich ja nicht mit ihm treffen, erklärt sie mir.
Wir schweigen einen Moment, sie spielt an ihrem Handy herum.
Ich frage: „Und? Bist du verliebt?“.
Nein, sagt sie, und erläutert mir, daß ihre beste Freundin über die Sommerferien ihr Heimatland besucht, irgendein Teil dessen, was während meiner Jugend Jugoslawien gewesen ist. Sie brauche eben jemanden, mit dem sie sich treffen kann, solange die Freundin im Urlaub ist.

Sie ist 16 und sehr hübsch, wie die Mädchen aus Bravo oder, hm, Mädchen; sie könnte eine Tänzerin in einem Hip Hop Video sein.
Ich möchte ihr gerne sagen, paß auf dich auf. Ich sage nichts. Ich möchte ihr nicht die Freude rauben, die Unbeschwertheit. So viele Gefahren, so viel, das sie kaputt machen könnte. Aber nützt es ihr, davon zu wissen?
Ich habe Angst um sie.
Ich werde ihr sagen, daß ich sie mag. Mehr steht mir nicht zu.

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