coming home

Coming home, gedreht im Jahre meiner Geburt. Eine Frau verliebt sich in einen Veteran des Vietnamkrieges, der aufgrund einer Kriegsverletzung querschnittsgelähmt ist, während ihr Ehemann an der Front kämpft. Oh, befürchte ich, der Rollstuhlfahrer ist ein Pazifist und wird Phrasen dreschen. Doch die traumatischen Kriegserlebnisse, der Ekel über das Töten und Morden und seine eigene Behinderung haben ihn zu einem bahnbrechendem und beeindruckendem Bekenntnis zur Humanität geführt, die sich auch in seinem Umgang mit der Frau zeigt. Es rührt mich, diese Zärtlichkeit, dieser Respekt, den er ihr entgegenbringt.

Sie lieben sich, körperlich. Er sagt ihr, wie sie die Kissen aufschütteln soll, für ihn als Rückenstütze, und ich fühle diesen Moment auf Messers Schneide, es ist alles nicht so einfach. Doch dann sieht man die beiden, die Frau sitzt auf ihm, sie bewegen sich langsam, seine Oberarme muskelbepackt vom vielen Rollstuhlfahren, seine Hände, wie sie die Frau liebkosen, als könne er es kaum glauben. Man sieht die Frau auf dem Rücken, ihn zwischen ihren Schenkeln, er bringt sie mit seiner Zunge zum Orgasmus, man bekommt den Eindruck, es ist das erste Mal für sie. Als wäre das keines der Dinge, die ihr Ehemann mit ihr tun würde.
Shh, sagt er, shh, und hält sie.

[Die Frau, so spuckte mir das Internet entgegen, war Jane Fonda. Ich hätte sie nicht erkannt. Sie hat für diese Szene auf ein body double bestanden. Fast ein schönes Wort, body double, wenn es nicht bedeuten würde, das es ihr peinlich war.]

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