Pocket Symphony

ist der perfekte Titel für die neue Platte von Air. Sie ist großartig wie eine Symphonie, aber auch ein wenig belanglos wie etwas, das man in die Tasche stecken kann (Taschenbuch?). Ich habe sie in letzter Zeit sehr oft gehört, meist nebenher (Werktätigkeit, Hausarbeit, Zug-und Autofahrten). Sie läuft gut durch war in dem Zusammenhang mein häufigster Kommentar zu Freunden und Kollegen. Belanglose Hintergrundmusik mag man denken, aber dann fängt man auf einmal an, Riffs und Bruchstücke der Platte auch dann zu hören, wenn sie gar nicht läuft. Spätestens dann muß man sich eingestehen, daß man sie mag, diese Symphonie, und daß Air damit etwas großartiges gelungen ist.

Malorama prophezeite:

aber irgendwann gefällt einem die platte dann doch ganz gut, auch wenn einem jetzt schon vor der zweitverwertung als backgroundmusik [döngeldöngelblub] für zwanzigsekundeneinspieler in wissens-tv-magazinen auf pro7, home-improvement-shows auf rtl2 und kulturzeit-autorenporträts auf arte graut.

Er hat natürlich, wie übrigens in allem anderen auch, Recht. In der letzten Woche wurde ich zweimal Zeugin des Fernsehmißbrauches von Pocket Symphony: irgendein Gesunheitsmagazin auf Mdr (Thema: Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs) und „der große Finanzcheck: Wege aus der Schuldenfalle.“

Ich rate zum baldigen Kauf des Albums, bevor es für irgendeine Versicherungswerbung benutzt wird, die uns alle überflutet, und wir Air nicht mehr ertragen können.

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