Rock’n Roll (1)

Es ist ein relativ schlechter Vergleich, zu sagen, Blogs wären wie Musik. In einer Band auf Jugendzentrum-Niveau zu spielen verlangt mehr Professionalität als ein Blog zu schreiben, gleichzeitig sind auch berühmte Blogger nicht so berühmt wie Musiker. In der Blogosphäre steckt nicht ansatzweise soviel Geld wie in der Musikindustrie, für Musik muß man meist zahlen, fürs Lesen von Blogs so gut wie nie.
Andererseits ist es auch wieder ein ganz guter Vergleich: ein Blog ist wie eine Band, ein Eintrag wie ein Song. Jedes Blog hat seinen eigenen Stil. Blogs sind Geschmackssache – so wie Musik auch. Und genauso wie damals das erste Album der Smashing Pumpkins, so haut einen heute manchmal ein Blog oder ein Eintrag völlig von den Socken: weil es etwas neues, ursprüngliches, nie gehörtes, wahres, aufrichtiges ist. Weil es rockt.
Mir passiert es oft, daß ich plötzlich – Jahre später – Musik von Künstlern entdecke, die ihren Zenit schon längst durchschritten haben. Da fällt mir auf einmal auf, daß die Cocteau Twins ganz gute Musik gemacht haben. Weil das schöne Gesicht der Sängerin der Cardigans nicht mehr auf allen Musikkanälen nervt (Musikkanäle spielen heutzutage ja ohnehin keine Musik mehr), kann ich endlich die Schönheit in ihren Songs entdecken. Bill Withers hat großartige Musik gemacht und bestimmt nicht geglaubt, daß sein Song I can’t write left-handed neue Aktualität durch den Irakkrieg bekommen würde.
Ich finde es schön, ganz still und leise, ohne Hype, nur für mich Songs zu entdecken. Deshalb macht es mir auch keine Angst, daß Blogs tot sind, so wie Pop tot ist oder die Achziger. Ich finde immer noch jeden Tag im Netz Geschichten, die mich berühren, die mir gefallen, die mich amüsieren oder nachdenklich machen. In den nächsten Tagen möchte ich verstärkt Links zu aktuellen oder auch älteren Geschichten posten, weil ich Sie ein wenig teilhaben lassen will. Ähnlich wie bei einer Mix-CD oder einer Tracklist wird Ihnen einiges vielleicht gefallen, anderes nicht. Belehren will ich Sie keinesfalls und die Linkposterei wird auch kein Dauerzustand. Versprochen.

KittyKoma mit dem zweiten Teil ihrer Wohnungshistorie: Aufessen! Die Ohren auch!

Ker0zene wird meta, Frau Gröner auch.

Salzblog: es gibt Tage, da wünscht ich, ich wär mein Hund. (Bilder)

die innere Kündigung: anonymisierte Berichte aus unternehmensberateroptimierten Hölle. (Bitter)

Psychospaltung hat eine Appendizitis. (Krass)

Beim Fallensteller muß das Eckige in das Runde. (Cool, süß und kurz)

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