Elevator pitch

Ich werde ihn heute nicht sehen, denke ich, und wasche mir die Haare nicht, auch wenn ich mir die Augenringe überschminke, die ich habe, weil ich nachts so viel grübeln muß.

Er sitzt allein an einem Tisch in der Kantine, die ich gerade verlasse, mein leergegessener Teller auf meinem Tablett, und schaut hoch, schaut mich an, und lächelt dieses Lächeln, das mich trifft, weil es für zwei Sekunden aufrichtige Freude verrät. Wir grüßen, und ich gehe weiter, während unter meiner Bauchdecke ein Alien zappelt. Mein Körper, ein Verräter, lächerlich, so auf ein Lächeln zu reagieren.
Ich gehe zurück in mein Büro, ziehe mir den Mantel aus, und dann wieder an. „Ich gehe mir Kaugummis kaufen“, sage ich der Kollegin, „da war Knoblauch in der Soße“.
Durch die großen Fenster sehe ich ihn fünf Stockwerke unter mir. Ich drücke hektisch den Aufzugknopf, eine Süchtige auf der Suche nach ihrem Hit. Der Aufzug ist gegen mich, und mein Crush verschwunden, als ich unten ankomme. Ich kaufe Kaugummis und sehe ihn auf dem Rückweg in ein Nachbargebäude verschwinden. Tag der verpaßten Gelegenheiten, denke ich, und warte auf den Aufzug. Der Aufzug ist mein Freund: gerade, als sich die Türen schließen, erhasche ich einen Blick auf meinen Crush, drücke |<>|, die Aufzugtüre öffnet sich, und er steigt ein.

An der Auswahl von Gesprächsthemen für Aufzugfahrten muß ich noch arbeiten, aber wir unterhalten uns, kurz und ungeschickt, und ich bin high.

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