Einmachglas

Fühlt sich alles sehr angenehm an gerade. Licht scheint golden über das Hausdach gegenüber, ehe die Sonne gleich untergeht. Frau Novemberregen sieht sehr gut aus heute, ich frage sie, ob sie etwas verändert hat – Friseur? Neue Brille? Abgenommen? Sie verneint. Vielleicht ein Filter, der sich weich über alles legt.

Büro ist gut gerade, deutlich weniger zu tun als in den letzten Wochen, und alles recht gut organisiert und einfach von mir wegzudelegieren. Es bleiben genügend spannende, gar sexy Themen für mich, Redezeit mit dem CEO zum Beispiel, da bin selbst ich noch aufgeregt. Dinge lassen sich bewegen, Informationen fließen, ich werde gesehen, manchmal leuchten dabei die Augen, und zwischendurch wasche ich eine Ladung Wäsche.

Sonst passiert ja nicht viel. Draußen ist es sehr grün, immer mal wieder regnet es heftig, dann blauer Himmel. Ich habe immer noch nicht das nächste Buch gefunden, das ich lesen möchte. Die Wohnung ist aufgeräumt, relativ sauber, die interne To-do-Liste in gutem Zustand, und ich bin nur mit einer Sache so richtig im Rückstand.

Das Glücklichsein – oder jetzt gerade ist es vielleicht eher Zufriedenheit – ist erzählerisch relativ langweilig, im Erleben aber wirklich sehr angenehm. Es sind Tage wie diese, die ich herbeisehne und die mir fehlen, wenn ich down bin und mir alles grau vorkommt.

Ich habe ein paar Bilder in mir, die ich in besonderen Momenten aufrufe, um mich zu stärken. Vielleicht mache ich auch diesen Tag heute in ein Einmachglas, für dunklere Zeiten.

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