10/31 – Zähne zusammenbeißen

Heute wirklich unglaublich viel gearbeitet. PowerPoint-Folien und Videocalls und Auswertungen in Excel und wieder Videocalls und Besprechungen und PowerPoint-Folien und Emails und Videocalls. Gefühlt nur reaktiv und nichts von meiner eigenen To-do-Liste, Tür zu, Kopf unten.

In der Mittagspause zum Zahnarzt, erst Zahnreinigung, dann Warten, dann Zahnkontrolle. Mir ist ein kleines Stück einer Krone abgebrochen, da bleibt jetzt beim Essen öfter was hängen. „Sie pressen nachts“, sagt mein Zahnarzt, und spricht über den Druck und dass die Zähne doch gleichsam Hartgebilde als auch lebendig und flexibel sind. Das Wort Ossifikation liegt mir auf der Zunge, aber es passt nicht. Zähne sind keine Knochen, sondern verhärtete Hautbestandteile.

Der Zahnarzt rät zur Knirschschiene. Ich denke, ich sollte weniger arbeiten, und eile wieder zurück ins Büro, zwischen meinen Zähnen ein Sandwich, während ich Zahlen eintippe.

Viertel nach sieben kleiner Feierabend, um acht bei meiner Mutter vorbeigeschaut. Lange über die Lage im Nahen Osten geredet. Sie macht sich große Sorgen, das ist immer so bei bedrohlichen Weltereignissen, an denen es in letzter Zeit keinen Mangel gab. Ich beneide sie ein bisschen um die Fähigkeit, emotional bewegt zu sein, bei mir ist nur noch Fatalismus.

Die Welt wird enden, und das Ende rückt näher.

Ich denke, ich sollte weniger arbeiten.

Statistik:
Laune: 7/10
Fitness: 7/10
Druck: 8/10
Schlaf: 7/10

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