30/30 – glasses back on. Happier.

Nun sind sie also um, die 30 Tage. Und ich habe jeden Tag gebloggt. Wer hätte das gedacht? Ich bin selbst ein bisschen überrascht.

Vor allem hat mich überrascht, wie viel Freude es mir gemacht hat. Die Freude kommt aus dem kreativen Prozess selbst, und aus der Resonanz mit der Welt. Es macht mir Freunde, meine eigene, unverwechselbare Stimme zu finden.

Im ersten Beitrag habe ich geschrieben, dass mir alles gerade zu flüchtig ist. Das ist durch das Schreiben tatsächlich besser geworden. Schreiben ist für mich auch immer festhalten.

Als ich jünger war, hatte ich einen stärkeren Glauben an Talent, also dass jemand auf die Welt kommt und die Dinge einfach kann: wunderschön singen, oder immer die richtigen Worte finden. Als ich älter geworden bin, habe ich verstanden, dass richtig gute Künstler auch immer ziemlich viel üben und sehr diszipliniert sind. Finneas sagte mal über Ocean Eyes, dass die Leute immer glauben würden, es sei der erste Song, den er geschrieben hätte, dabei war es der zweihundertste.

Ich bin keine große Künstlerin, dazu fehlt mir das Talent. Aber auch das, was ich mache, wird durch Übung besser. Ich habe also in den 30 Tagen auch einiges über mein Schreiben selbst gelernt: meine Texten tut es gut, wenn sie genügend Zeit bekommen. Gleichzeitig muss ich nicht die perfekt ausformulierte Idee im Kopf haben. Wenn ich mich an die Tastatur setze, dann passiert da in der Regel auch was. Es kommt was aus mir raus. Gut wird es dann durch die Überarbeitung. Ich verwerfe recht viele Entwürfe , und kürze vieles. Kill your darlings.

Ironischerweise habe ich gerade heute keine Zeit, oder: ich muss sie mir vom Schlaf abschneiden, von der Zukunft borgen. Ich bin gerade von einem Geschäftsessen nach Hause gekommen. Juli und August waren dankbare Monate für die Challenge, weil das Büro wirklich deutlich ruhiger ist.

Wie geht es weiter? Ich möchte dranbleiben und einen Rhythmus finden, der gut zu mir passt. Zwei- oder dreimal die Woche schreiben, nicht immer unter dem Druck, das geschriebene veröffentlichen zu müssen. Weil es mir gut tut, nicht immer nur zu konsumieren. Weil es mir gut tut, etwas zu schaffen. Weil es mir gut tut, über die Dinge nachzudenken, nachzuspüren, was mir wirklich wichtig ist. Das Leben festhalten.

Ein Kommentar zu „30/30 – glasses back on. Happier.

  1. Ich habe diesen Monat gerne mitgelesen und die Zeit mit Ihnen hier sehr genossen.
    Freue mich zu jeder Zeit über das ein oder andere Lebenszeichen von Ihnen!

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