ein Stück gelebte Desillusionierung

Artikel in der Zeit über das Alleinsein.
Guter und ehrlicher Text, in dem ich mich durchaus wiedergefunden habe, obwohl es mir mittlerweile gelingt, immerhin einmal pro Jahr im Rahmen von mehr oder weniger bedeutungslosen Affairen Sex zu haben.
Als ich nachts um drei allein durchs Frankfurter Bahnhofsviertel lief, habe ich mal wieder nach der Lösung des Problems gesucht. Zwei Türen gibt es: einen Partner finden oder den Schmerz der Partnerlosigkeit überwinden. An beiden habe ich oft und vergeblich gerüttelt. Die erste Tür ist wohl eine, die nur von der anderen Seite geöffnet werden kann. Die zweite Tür läßt sich nicht mit dem Verstand öffnen, weil ich meine Gefühle nicht wegargumentieren kann. Und glauben Sie mir, ich habe es versucht.
Vielleicht, dachte ich auf meinem Weg durch die Nacht, bleibe ich am besten, wo ich bin. Umarme den Schmerz, genieße ihn, der mich lebendig macht. Vielleicht war es das, was der Alt68er-Religionslehrer sagen wollte, als er von Camus und Sisyphos sprach.
Gefallen tut es mir nicht.

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