24. November 2020

Ziemlich sehr guter Tag. Wieder im Büro. Erstmal meinen Schreibtischstuhl vom Papierstapel befreit, das hatte mir meine Mitarbeiterin schon angekündigt. Zwei, drei Sachen weggearbeitet. Videokonferenz mit Legal, wir wollen zusammen einen sturen Bock in einem anderen Land überzeugen und haben unsere Strategie beraten. Unklar, ob der sture Bock die fachliche Grundlage einfach nicht versteht, oder ob es ein Machtspiel ist. Wahrscheinlich beides.

Den Rest des Tages nur in Gesprächen verbracht, beginnend mit einem langen Lunch mit der Geschäftsführung. Gehorcht, wo es drückt und knarzt, wo es flutscht und gelingt, was so passiert ist und wie die Zukunft aussieht. Zart begonnen, über das nächste Jahr nachzudenken.

Mal wieder verwundert gewesen, wie viel wirklich wichtiges in einem kurzen Halbsatz zum Ausdruck gebracht wird, und wieviel unwichtiges lang und breit wiederholt wird. Keine Kritik, denn ich denke, das passiert unbewusst, mir wahrscheinlich auch.

Würde manchmal gerne nicht so oft hören, dass mein Geschäftsführer nicht vor hat, hier bis zur Rente durchzuhalten.

Am späten Nachmittag noch ein langes Gespräch mit einem Mitarbeiter, den ich geerbt habe und mit dem es eher schwierig läuft. Oder anders: über den ich mir viele Gedanken mache, und mich frage, ob ich ihn richtig führe. Heute gemerkt, dass ich zumindest nicht so viel falsch mache. Die Leistung zieht an, die Identifikation mit den Aufgaben verbessert sich, und ich habe ein besseres Gefühl dafür, welche Aufgaben zu ihm passen. Auch über seine Fehler gesprochen, eine sehr reflektierte, respektvolle Antwort bekommen. Muss nur aufpassen, mich nicht einwickeln zu lassen.

Es wird spannend sein für mich, diesen Eintrag in ein paar Monaten zu lesen und zu sehen, was sich bewahrheitet hat und was nicht.

Über die nachtschwarze Autobahn nach Hause gefahren, ein bisschen zu schnell, die weißen Markierungen ein visuelles tschick tschick tschick. Das Auto mit Tempomat gesteuert, ein winziger Knopfdruck, und es beschleunigt hoch oder nimmt Geschwindigkeit raus.

Heute gelingt alles, ein schnelles Denken, konzentriert und mühelos. Die Möglichkeit eines Knalls wie ein leichter Geschmack im Mund, eine Idee nur, flüchtig, denn der Asphalt ist trocken und hat Grip.

Kontakttagebuch: Geschäftsführung (Konferenzraum mit Abstand ohne Maske), Mitarbeiter (Konferenzraum mit Abstand ohne Maske), Anleitung eines jungen Mitarbeiters mit Maske, paar Kollegen mit Maske, die Dame vom Thai-Restaurant beim Pickup mit Maske, Nachbar hat Paket vorbeigebracht ohne Maske aber draußen mit Abstand, Muttern.

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