Ich hatte, als ich mit der Serie begonnen habe, überlegt, (i) mir selbst einen Joker zu geben, und/oder (ii) Beiträge vorzuproduzieren. Ich hatte richtig erahnt, dass es Tage geben wird mit sehr wenig Zeit zum Schreiben. Heute Abend zum Beispiel gehe ich auf ein Konzert, diese Zeilen sind in meiner Mittagspause entstanden.
Das mit dem Joker finde ich irgendwie lame, das hätte nur gepasst, wenn eine andere Person von mir 30 Blogeinträge verlangt hätte, dann hätte ich einen Joker herausgehandelt.
Mit dem Vorproduzieren ist das so eine Sache. Das Schreiben stellt sich für mich als etwas heraus, das sehr im Moment passiert. Ich notiere manchmal Gedanken oder Textfragmente im Laufe des Tages. Gerade versuche ich zu lernen, wie ich während des Autofahrens Sprachmemos in mein Mobiltelefon diktieren kann. Aufschreiben will ich aber vor allem das, was an dem Tag passiert ist oder worüber ich nachgedacht habe. Vorprodizierte Geschichten interessieren mich nicht mehr.
Was wirklich überraschend ist: dass fast jeden Tag etwas passiert, oder etwas gedacht oder erlebt wird, das es mir wert scheint aufgeschrieben zu werden. Dass es aus mir herauskommt, wenn ich die Gelegenheit dazu schaffe. Und dass es mir besser gelingt, genau das in Worte zu fassen, was ich ausdrücken will, je öfter ich es mache.