auf der Durchreise

In Berlin das große Bedürfnis gehabt, die alten Wege abzuschreiten. Revaler Straße, Warschauer Straße, an meinem alten Haus vorbei. In der Bäckerei an der Ecke sofort von der Bäckereifachverkäuferin angezickt worden. Die Streetart – Künstler scheinen auch nicht mehr da zu sein, ihre Wand ist fast leer. Friedrichshain hat mich nicht vermisst.
In Berlin gibt es unheimlich viel Hundescheiße. Jedes nicht zugepflasterte, nicht zubetonierte Stück Gehsteig ist zugeschissen. Berlin hat einen Zauber, das ist unbestreitbar. Doch einen Schutzschild braucht man auch. Die Hölle, das sind die anderen.

Am S-Bahnhof Charlottenburg sah ich im Augenwinkel einen Mann, der mich anschaute. Als ob er mich kennen würde. Aber vielleicht schaute er, so wie ich auch, nur die Auslagen des vietnamesischen Blumenstandes an. Hatte er einen Pferdefuß?

Zum Schluß dann – am Bahnsteig am Zoo, zwei Minuten bevor mein ICE einfährt, Justyna hat sich schon von mir verabschiedet – lächelt mich ein Mann an. Er hat so eine positive Ausstrahlung, daß ich den Schutzschild fallen lasse, zurücklächle. Ob ich eine Obdachlosenzeitung kaufen wolle, fragt er. Ich schüttle den Kopf, gebe ihm aber ein wenig Geld. Und wundere mich noch lange über ihn. Ich hätte gerne ein Buch über sein Leben gelesen.
Er war der einzige freundliche Fremde, der mir in Berlin gegegnet ist.

Plakatwand, 16. April 2006
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Plakatwand, Mai 2004
19mai04

Plakatwand, Juli 2004
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Lindas Ex: Vernissage heute, Sanatorium 23

Lindas Ex heißt Roland Brückner und stellt seine Bilder heute im Sanatorium 23, Frankfurter Allee 23, Berlin aus (siehe Kommentar).
Ich kann leider nicht kommen, denn: ich wohne nicht mehr in Berlin. Ich hätte so gerne gewußt, wer hinter Robot steckt, aber wie immer bin ich zu spät… Also: Gehen Sie hin, lieber Leser! Berichten Sie davon! Lassen Sie sich das nicht entgehen.

Hier noch einen alten Zeitungsbericht über Lindas Ex/ Robot:
Der öffentliche Phantomschmerz.

wo ist Linda?

Die Berliner Woche schreibt:

Schnell fand er [Andreas Göx] heraus, daß es sich bei Linda um keine reale Person handelt. Entstanden in den Köpfen ihrer beiden Protagonisten namens „Lindas Ex“ und „Dr. Robot“. Die wollten mit dieser Aktion die Resonanz auf eine vermeintliche öffentliche Suche austesten und auf diese Weise andere zu Meinungsäußerungen und künstlerischer Aktivität animieren.

Ich bin ein wenig traurig. Und fühle mich ein wenig… für dumm verkauft.
Ich konnte Robot so gut verstehen, wir waren beide manchmal wütend, meistens kläglich, und hin und wieder entstand etwas schönes daraus. Und immer waren wir auf der Suche nach etwas, das es gar nicht gibt.

Trotzdem hier der Hinweis auf die Abschlußausstellung:

Tracing Linda. Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, Berlin.
mehr über Tracing Linda: Fleshpoint

mehr Robot, Linda und La Rüsch

Gerade eine Seite gefunden, die tausende von Streetart-Stickern dokumentiert. Macht meine „Robot und Linda“ Serie ein wenig überflüssig, aber was ich mache, hat ja immer auch einen persönlichen Kontext. Aber für alle, die mehr wissen wollen:

StickerNation

z.B auf „seen“ klicken und im drop-down-dingens „linda“ oder „la rüsch“ raussuchen.