Robot und Linda (05)

Frau Lu bringt Robot und Linda wieder ins Gespräch.

Am Anfang habe ich mich gefragt: darf ich sowas gut finden? Die gedachte Gewalt an einer Frau? Und wie mag sich Linda fühlen, wenn es sie gibt, wenn sie im Kiez wohnt und Tag für Tag an diesen Bildern vorbeigeht?
Kunst berüht einen oder sie berührt einen nicht, mich hat die Geschichte von Robot und Linda berührt. Es ist eine vielschichtige Geschichte, an der mehr dran ist als nur Gewaltphantasien. Jene künstlerisch verpackt auf Wände zu sprühen – vielleicht ist es nicht die schlechteste Art, mit Wut umzugehen. Denn die Wut verlangt nach Raum, schließt man sie in sich ein, verätzt sie das Innere. Läßt man sie unkontrolliert raus, trifft man oft Unschuldige.
Deshalb finde ich sie gut, die Bilder von Linda mit einem Messer im Kopf, einem Messer im Bauch, weil so die reale Linda unverwundet bleiben kann.
Und Robot? Er wird drüber hinwegkommen.

Robot und Linda (05)

ein rasselndes Atmen

Das allerletzte Zeichen ist oft ein lautes, rasselndes Atmen, was wahrscheinlich mit einem Ausfallen des Schluckreflexes zusammenhängt. Todesrasseln: So heißt dieses Geräusch im Branchenjargon, in Krankenhäusern ist es gefürchtet, weil es anderen Patienten Angst macht. Es ist auch ein Grund, weshalb Sterbende in Einzelzimmer gebracht werden und früher auch in Wäschekammern oder Badezimmer.

via und mit Dank an Charming Quark.

Robot und Linda (01)

robot
Robot stellt sich vor.

Robot und Linda findet man überall an den Wänden zwischen Ostkreuz und Frankfurter Allee. Anscheinend hat Linda Robot verlassen und jetzt hat er Liebeskummer. Mit der Zeit konnten die Passanten beobachten, wie alle Phasen des Trennungsschmerzes durchlief: Trauer, Wut, Selbstmitleid, Substitution, Heilung.
Ich habe großen Respekt vor Robot, weil er in Kauf nimmt, daß sein künstlerisches Werk bald verschwinden wird. Vielleicht ist es Teil des Konzeptes: daß man Robot und Linda so lange an den Wänden sehen kann, wie Robots‘ Schmerz dauert.