In der Nacht habe ich wieder vom Teufel geträumt, dieses Mal ganz anders. Ich befand mich in einer Mischung aus einem Kirchenschiff und einem Hörsaal, weder der Altar noch die Tafel waren sichtbar. Jedem wurde ein Sitznachbar zugeteilt, doch ich konnte meinen nicht finden. Als ich ihn fand, war der Platz zu seiner rechten schon besetzt. Also setzte ich mich irgendwo hin, doch die Entrüstung der Mitanwesenden war groß und wurde noch größer, als ich mich in den Sitzreihen verlief und meinen Platz nicht mehr ausmachen konnte.
Der Teufel, der die Szene betrat, wirkte ganz anders als das letzte Mal. Er trug einen Umhang aus Pelz, ähnlich einem Bärenfell, wie man es sich für einen russischen Zaren vorstellt. Sein Auftreten wirkte imposant und wie das eines Königs, sein Gefolge zeigte sich beeindruckt und ehrfürchtig.
Ich hatte Angst vor ihm, Respekt, fühlte mich angezogen und wußte doch gleichsam – ihm kannst du nicht vertrauen.
Er stelle mich als Geschichtenerzählerin an, ließ mich der Teufel wissen. Jedem war klar, was „Geschichtenerzählerin“ in Wirklichkeit bedeutet. Der Teufel trat auf mich zu und nahm mich in die Arme; es war eine gute, kräftige Umarmung; er war ein Stück größer als ich, gerade richtig, und der Bärenfellumhang hüllte uns ein.
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(ohne Titel)
Sich selbst, am Bahnsteig sitzend, in den Fenstern der einfahrenden S-Bahn reflektiert sehen
und erschrecken.
Prophezeiung
„Du wirst jemand anderes treffen, der in dir dasselbe auslöst.“
Wir sind alle austauschbar, zumindest in der Funktion. Oder?
gute Frage, keine Antwort
„Wie soll er überhaupt aussehen, dieser Fortschritt in deinem Leben, nach dem du so sehr strebst?“
die Macht des Glaubens
Von meinem Vater, einem ungarischen Katholiken, kenne ich diese Geschichte:
Eine Tante oder Großtante meines Vaters hatte ein Kind, das konnte nicht laufen. Nun hörte die gute Frau von einem Altar der heiligen Jungfrau Maria. Wenn man diesen Altar drei Mal umrundet und ein wahrer Gläubiger ist, dann erhört einen die heilige Jungfrau und vollbingt Wunderheilungen. Also reiste die Frau mit ihrem Kind zu diesem Altar, betete und umrundete mit dem Kind in ihren Armen drei Mal den Altar. Es fiel ihr wirklich schwer, denn das Kind war schon zehn Jahre alt, fast wäre sie bei der dritten Umrundung zusammengebrochen.
Und das Kind konnte laufen.
(Mein Vater interpretiert diese Wunderheilung übrigens als Aufhebung einer psychischen Blokade, oder so.)
Was macht mich so stumm?
(Es ist nicht, weil ich jemanden lese, der so viel besser ist als ich.)
Es sind die alten eMails und die Verwunderung darüber, daß mich damals schon die gleichen Themen wie in diesem Weblog beschäftigt haben.
Nichts dazugelernt. Auf der Stelle getreten.
Ich bin so langsam. Habe ich meine Chance verpaßt?
Ruth erinnert sich
„Du wolltest das doch so! Damals war noch keine Rede von „wir warten auf den Richtigen“. Du wolltest einfach mit irgend jemand zusammensein. Und bei dem DJ, da hast du eben gedacht, der ist leichte Beute.“
„Ich kann das heute gar nicht mehr nachvollziehen.“
„Jetzt sieh das doch nicht alles so negativ! Es war nicht alles schlecht am DJ.“
„Echt? Sag mir was, das gut war.“
(Pause)
„Er hat toll getanzt und er sah gut aus!“
„Fand ich eigentlich nie. Du hast das immer gesagt. Als ob es wichtig wäre.“
„Trotzdem, rede es doch nicht schlecht. Rückgangig machen kannst Du es eh nicht.“
Pornographie ist wie eine Pauschalreise
“Pornographie ist wie eine Pauschalreise: die Leute haben Sehnsucht nach fernen Ländern, kommen aber nie aus ihrem Club raus.“ Martin Amis, sinngemäß, Mitautor von Pornoland.
Meine Pornophase war ziemlich kurz, vielleicht ein halbes Jahr, ungefähr ein Dutzend mpegs in einem Ordner. Frauen als Konsumentinnen von Pornos ist so ein Thema…ich suchte nach Authentizität, „das fühlt die jetzt wirklich“, aber es ist ja alles immer gespielt. Kann sein, daß die Grenzüberschreitung an sich schon stimulierend wirkt, man findet sich selbst verrucht, aber dann ist man drüber, über der Grenze, und jetzt?
Ich habe ihn gelöscht, den Ordner, es gab ein kurzes Zögern meines Fingers vor dem Click, ungefähr so, wie wenn ich meinen Kühlschrank aufräume und alles jenseits des Mindesthaltbarkeitsdatums wegschmeisse, dieses kurze Zögern: „vielleicht esse ich es ja doch noch…“, ich esse es nie, weil ich mich letztlich doch ekle, besser weg damit.
„Pornodarsteller sind die modernen Gladiatoren unserer Zeit. Wie damals im alten Rom: einige wurden berühmt und gewannen ihre Freiheit, aber die meisten blieben Sklaven.“
Frau Engl
hat es erraten. In drei Minuten. Bin ehrlich beeindruckt, auch von dieser Frage.
mitraten?
I`m just a soul whose intentions are good
oh Lord, please don’t let me be misunderstood….
Interpret? Songtitel? Wissen Sie’s?