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Four things, sagt DocDee.

Four jobs I’ve had:
– nicht gegen Bezahlung, aber: als Jugendliche habe ich im Hochsommer auf den elterlichen Wiesen Heu gemacht. Das funktioniert so: Gras wird geschnitten, dann trocknen gelassen und am Abend „zusammengerechelt“, also mit einem Rechen zu Walzen zusamengefaßt, damit es über Nacht nicht so viel Tau aufnimmt.
Am nächsten Morgen wird das Gras wieder verteilt, damit es möglichst gut trocknen kann. In der Mittagszeit oder am frühen Nachmittag wird das Heu gewendet, damit auch die andere Seite trocknen kann. Abends wird es wieder zu Walzen zusammengerechelt. Das macht man drei oder vier Tage hintereinander. Wenn es trocken ist, muß das Heu mit einer Gabel auf einen Wagen aufgeladen werden, wird in die Scheune gefahren und in den Dachstuhl „hochgegabelt“.
Ohne Maschinen Heu zu machen, ist die Hölle, besonders das Wenden zur Mittagszeit in der Gluthitze des Hochsommers. Andererseits: so habe ich eine gewisse Disziplin und ein Durchhaltevermögen erworben, auf das ich auch heute noch zurückgreifen kann.

– Kassiererin bei Schlecker: seitdem kein über eine gewisse Grundhygiene hinausgehendes Interesse an Pflegeprodukten mehr.

– Rezeptionistin in einem YMCA/ YWCA in Norwegen. Best job ever. Viele Leute kennengelernt, viel über den Umgang mit und meine Außenwirkung auf Leute gelernt, anschließend tolle Skandinavien-Reise gemacht.

– Roadie bei einer Zirkusproduktion. Natürlich sofort in den Clown verliebt. Sehr tragisch.

Four movies I can watch over and over:
Schwierig. Die Filme, die ich gut finde, sind meistens zu traurig, als daß ich sie oft sehen wollen würde:
– American History X
– die rote Laterne
– Pitch Black
(hier nur drei, bei den Serien dann fünf.)

Four places I’ve lived:
– kleines Dorf in Süddeutschland
– Regensburg
– Berlin
– Ruhrpott

Four TV shows I love:
– der Doktor und das liebe Vieh (sehr beruhigend)
– das Haus am Eaton Place (sehr beruhigend)
– Kingdom Hospital (schwächelt etwas zum Ende hin)
– King of Queens
– Deep Space Nine

Four places I’ve vacationed:
– Skandinavien
– England
– Usedom
– wo auch immer the Cure spielen: London, Paris, Brüssel, Dresden…

Four of my favorite dishes:

– Spaghetti Bolognese
– chinesisch süß-sauer
– indisch/ thailändisch mit Kokosnussmilch
Madagaskar (Schokolade, die übrigens auch von Lidl unter Eigenmarke vertrieben wird.)

Four sites I visit daily:
die Blogs auf meiner Blogroll plus die ca. 120 Blogs in meinem Rss-reader.

Four places I would rather be right now:
– Pennsylvania
– Dresden
– Berlin
– meine Wohnung

Four bloggers to tag with this:
Glamourdick und Zahnwart haben bereits geantwortet. Der Hammerschmitt macht bei sowas ja grundsätzlich nie mit.
Marie (Paßwort -> Mail an mich)
Remington
Parka Lewis
Frau Modeste

slow song

Für Zufriedenheit oder Glück gibt es keine Worte. Das Unglück, die Depression, sie mag man seitenlag beschreiben, ihnen Lieder und Gedichte widmen.
Aber das Glück entwindet sich allen Beschreibungen, quecksilbergleich. Und wirft mir zum Abschied Blicke über die Schulter: „bin ich’s wirklich?“
Ist es wirklich Glück, daß mir die Tage ruhig und glatt vergehen. Entspannt bin ich, gelassen, in Gewohnheit eingebettet, mit Blick auf Dinge, die mich freuen. Pläne, die mich tragen. Alles scheint mir zu gelingen. Nichts ärgert mich. Nicht einmal, was mir fehlt, fehlt mir. Der Körper hat ein kurzes Gedächtnis. Hat sich schnell daran gewöhnt, daß es nur meine Hand ist, die mich berührt. Den Geist streicheln die Worte ferner Freunde.
Ist es wirklich Glück oder nur gefrorene Zeit. Langsamkeit.

(ohne Titel)

Ruth ruft an. Wir haben uns mehr als ein Jahr nicht gesprochen. Doch unser Band war nie völlig durchtrennt: eine SMS zum Geburtstag, eine Karte zu Weihnachten. Ich denke an sie, sie denkt an mich.
Wir erzählen uns ein Jahr in einer Stunde und finden schnell, was uns verbindet. She’s got an elegant mind. Ich liebe das an ihr.
Nach dem Schmuddelblogger fragt sie: damals Anlaß, aber nicht Grund für unsere Differenzen. Der Schmuddelblogger, Randnotiz in meinem Leben, Ruth aber, immer ein Teil davon. Und natürlich hatte sie recht, aber trotzdem mußte ich tun, was ich tun mußte. Alle Fehler sind notwenige Schritte auf dem Weg zu etwas richtigem.

Ich lege auf und bin ganz aufgekratzt, stöbere in alten Ordnern, in Erinnerungen. Ich gehe viel zu spät ins Bett und träume, ich könnte fliegen, lasse mich schwerelos von Luftströmungen tragen.

die Sache mit dem Haus

Ein Haus. Klein, damit man es mit Holz beheizen kann. Mit einem Obsthain. Apfelbäume, die Stämme bemoost. Kirschen und Zwetschgen. Ein großer Bauerngarten. Sanfte, grüne Hügel. Ein kleines Wäldchen.

Dort werde ich leben. Ein Hund wird mir Gefährte sein, ähnlich dem, der mir gestorben ist. Ein Mann wäre gut. Zum Holzhacken und auch, damit ich ihn wärmen kann. Die halbwilden Katzen kommen und gehen, wie es ihnen gefällt.
Ich weiß noch nicht, wo das Haus steht, das auf mich wartet. Vielleicht in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Oder im Osten Europas, wo die Preise niedrig sind. Womöglich dort, wo ich einmal gearbeitet haben werde: Pennsylvanien, Vermont, Kanada. Ich weiß nicht, was mich binden wird, in wessen Nähe ich sein möchte. Meine Arbeit wird es dann nicht mehr sein. Ich werde ein wenig Geld haben – verdient oder ererbt; ein Patent entwickelt. Ich werde Kartoffeln anbauen und damit meine Schweine füttern. Ich werde weinen, wenn sie geschlachtet werden und ihr Fleisch mit Ehrfurcht essen. Ich werde mit der Sonne aufstehen, die Tiere versorgen -Enten oder Gänse werden auch dabei sein-, den Garten bestellen und auch mal in der Hängematte liegen. Im Winter werde ich viele Bücher lesen.
Ich werde mich für alternative Energien interessieren; mit Windkraft und Solarenergie experimentieren. Wasser aus der eigenen Quelle.

Vielleicht werde ich etwas verkaufen. Fleisch von glücklichen Schweinen, selbstgemachte Marmelade. Entrümpelungen, Flohmarkt. Die Leute aus dem Dorf werden mich kennen und mich mögen, auch wenn sie mich für etwas seltsam halten.

Vielleicht wird mir dieses Leben nicht gefallen.
Aber ausprobieren werde ich es.

Vielleicht werde ich davon in einem Weblog erzählen.
Vielleicht wird es dieses hier sein.

2005 im Rückspiegel

Jahresrückblick angelehnt an Franziskript.

der beste Tag: im August – der beste Sex, nicht nur des Jahres, sondern des Milleniums.
In 2004 hatte jemand suggeriert, ich sei schlecht im Bett („zu passiv“). Das hat mir lange zu denken gegeben, aber jetzt weiß ich: stimmt nicht. Es braucht nur jemand, der meine guten Seiten zum Vorschein bringt. Und zu schätzen weiß.

der schlimmste Tag: im Juli. Ich hatte in meiner neuen Wohnung im Ruhrgebiet ab 7 Uhr morgens auf den Möbelwagen gewartet, der erst gegen 14 Uhr ankam. Möbelpacker & ich waren extrem gereizt. Anschließend von 18 Uhr bis Mitternacht im Auto nach Berlin gefahren, weil ich am nächsten Tag arbeiten mußte. Mit der Mitfahrzentrale einen Lederschwulen mittleren Alters mitgenommen, der in seiner Freizeit Udo Lindenberg imitierte und ein schweres Alkoholproblem hatte. Der angetrunkene Lederschwule und eine ebenfalls mitreisende Afroamerikanerin, die sich mit Flohmarkt & Comedy durchs Leben schlägt, haben sich 500 km lang unheimlich gefetzt.

Zugenommen oder abgenommen?
ich war füllig, ich bin füllig, ich werde füllig sein, nur eines lehne ich erfolgreich ab: fülliger zu werden.

Haare länger oder kürzer? Einmal wurden sie geschnitten.
Sind aber immer noch zufriedenstellend (=zwischen Hüfte und Taille) lang.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? bin generell kurzsichtig und trage manchmal (autofahren, Kino, Orientierungslosigkeit, fernsehen) eine Brille. Häufigkeit des Brilletragens hat 2005 zugenommen.

Mehr ausgegeben oder weniger? Viel ausgegeben für den Umzug, aber auch viel wiederbekommen. Außerdem endlich verstanden, wie das mit der Steuererklärung funktioniert und daß es sich lohnt.

Der hirnrissigste Plan? Dankbarkeit oder zumindest Anerkennung zu erwarten.

Die gefährlichste Unternehmung? Rückblickend weiß ich, daß sich das
ganz schön gefährlich weiterentwickelt hat.

Das leckerste Essen? Suppe mit Weinbergschnecken in einer schwäbischen Gaststätte, in Gesellschaft meines Vaters.

Das beeindruckendste Buch?
China Mièville: Iron Council.

Der berührendste Film?
Contergan: die Eltern
Da steht zwar 2004, aber ich habe ihn erst 2005 gesehen, am späten Abend, und saß wie gebannt vor dem Fernseher.
(Am 9. Januar 2006 gibt es eine Wiederholung)

Das beste Lied?
Bernd Begemann: ich spiele mit dem Gedanken

ich spiele mit dem Gedanken
aufzuhören
vollzutanken und endlich heimzukehren
ich spiel mit dem Gedanken
sauber rauszukommen aus allem
ich lasse nichts zurück als ein schwarzes Loch im Schnee
wenn ich die Kupplung trete und den Zündschlüssel dreh’…

Das schönste Konzert?
The Cure, Wuhlheide, in einem Pulk meiner berliner Freunde.
Bernd Begemann

2005 zum ersten Mal getan? Meine Lieblingsstellung entdeckt.

2005 nach langer Zeit wieder getan?
Mit jemandem zusammen gewesen, mehr als nur körperlich. Wenn auch nur für ein Wochenende oder so.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
so viel zu arbeiten (3x).


Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Jedes Jahr versuche ich die Menschen davon zu überzeugen, mich zu lieben. Mit wechselndem Erfolg.

2005 war…?
Viel, viel besser als 2004, aber das war ja auch ein Scheißjahr.
Ansonsten: zu viel gearbeitet, zu wenig gelebt.