schamlos

945 Tage online, 720 Beiträge. Bislang hielt ich nichts davon, das hier in irgendeiner Weise kommerziell auszunutzen – Befindlichkeitsweblogs eignen sich ohnehin nur eingeschränkt, um Produkte zu bewerben.
Nun ja. Um nicht lange drum herum zu reden: ich hab bald Geburtstag, und ich würde mich freuen, wenn mir jemand was schenkt. Wer mag, könnte dem Geschenk sogar eine persönliche Botschaft hinzufügen. Ich würde mich revanchieren – mit einem Dankeskärtchen in Papier- oder Weblogform zum Beispiel…

Wunschzettel

Frau F. denkt nach und kommt zu keinem Schluß.

Wenn ich nachdenke, dann hilft mir manchmal Robert Smith. Der sitzt dann, leicht transparent, auf der Kante des Sofas, eine Bierflasche in der Hand, schaut auf seine Schuhe und hört mir zu.
Ich rede gerne mit ihm über das Glück. Wie es sich anfühlt, wenn er glücklich ist. Ob es lange dauert oder kurz.
Bei mir ist das Glück ziemlich kurz, ein Moment nur, wenn man auf einer Brücke steht oder an einer roten Ampel. Ein Zwinkern in den Augen Buddhas. Das Glück fühlt sich leicht an, als wäre man ein klein wenig verliebt – in sich selbst vielleicht? Zumindest finde ich mich dann ganz okay, ich werde aber nicht blind gegenüber meinen Makeln und Abgründen. Sie sind nur einfach nicht wichtig in diesem Moment des Glückes.
Gerne würde ich von Robert Smith wissen, ob man Glück auch chemisch herbeiführen kann; es heißt, er habe da Erfahrung. Ich selbst habe keine, zumindest nicht mit verbotenen Substanzen, ich warte noch auf den richtigen Zeitpunkt für meinen ersten Joint, den ich mit einem Mann rauchen will, in einem Zimmer unterm Dach, auf dem Fußboden liegend durchs Dachfenster den Himmel betrachtend.
Das Glück des Rinderbratens, damit kenne ich mich aus. Wenn man einen Bissen von etwas nimmt, die Augen schließt und sagt: einfach perfekt.
Ob er einen Rat für mich hätte. (Von ihm würde ich vermutlich einen annehmen.) Wie man das Glück herbeiführen kann. Ob das überhaupt möglich ist? Doch leider bricht unsere Unterhaltung hier meistens ab; Robert Smith nimmt einen Schluck aus seiner Bierflasche, wird zunehmend transparenter, und ich gehe in die Küche und mache den Abwasch. Stehe dann, die Küchenschürze umgebunden und mit tropfenden Händen, noch einmal im Türrahmen und schau auf die Stelle, wo er nicht mehr sitzt. Ob man, um Glück empfinden zu können, im gleichen Maße Unglück ertragen muß.
Darauf will ich die Antwort nicht selbst herausfinden müssen.

Blond

Der ziemlich scharfe Typ, der kürzlich bei mir auf der Arbeit war und ein sehr kompliziertes Gerät erklärt hat. Seinen Namen zieren zwei Buchstaben. Er hatte Charme, er hatte ein Leuchten, mir war zum seufzten.
Das einzige, was mich dann doch ein wenig… nunja. Auf der unteren Hälfte seiner weinroten Krawatte befanden sich eine ganze Menge blonder Haare, und ich verfluche mein Gehirn, das beim Anblick dieser Haare sofort Assoziationsketten geformt hat.
Blonde Haare. Frauenhaare.
Ein Frauenkopf an seinem Bauch.
Unter welchen Umständen würde eine Frau ihren Kopf ausgerechnet dorthin legen? Sofa? Auto?
Auto. Und ein wenig wie von einer Perücke sehen die Haare ja auch aus.

Um die Ecke von meiner Arbeitsstelle ist übrigens ein großer, überregional bekannter und von der Polizei geduldeter Straßenstrich.

mein liebster Spam.

Die sakral-poetische Version:

Dear Friend,

Greetings to you in the name of our heavenly God. This mail might come to you as a surprise and the temptation to ignore it as unserious could come into your mind; but please, consider it a divine wish and accept it with a deep sense of humility. My name is Zita Harris.

Die porno-poetische Version (Stilmittel: Wortwiederholung, Lieblingsausdruck „unser kleiner Seeelefant“):

Dicke Weiber wollen es hart besorgt bekommen!!
Sie lässt sich geil lecken und feucht f**. Dann ist sie schon so geil, daß sie anfängt geil zu schwitzen und sie weiß wirklich, wie man mit dem Mund arbeitet.
Dann legt sich aber unser kleiner Seeelefant auf den Rücken und lässt sich ordentlich durch****
Fettpolster so weit du gucken kannst. Da hast du mehr zum anfassen, als du dir
je erträumt hast.

Frau F. fährt nach Duisburg

ost

Trotz Stadtplan war die Anfahrt irgendwie suboptimal. Umso schöner dann die Gesellschaft: nachzulesen beim Flußkiesel, beim Prospero, beim Küper, und bei Ludger, der übrigens wunderschöne Bilder mit 3D-Grafikprogrammen macht, die mir als Science-Fiction-Fan natürlich besonders gut gefallen.
Ansonsten habe ich einen Text probegelesen, was ganz gut geklappt hat. Den zweiten Text konnte ich leider aus Zeit- und Aufmerksamkeitsgründen nicht mehr lesen, so daß ich dafür noch ein Testpublikum bräuchte… Mit dem Text, den ich in Hannover gelesen habe, hätte ich dann dreie beisammen.

heute!

Klitzekleines Bloggertreffen in Duisburg. Wir sind wohl zu fünft und haben noch Platz, gerne auch für Nichtblogger.
Ich lese vielleicht was, so zur Probe. Bei den 712 Beiträgen aus den letzten 928 Tagen sind auch zwei oder drei dabei, die nicht depressiv, sondern sogar ein wenig heiter sind.