Das Glück ist kein Flugzeug
hat keinen Fahrplan
Autorenarchiv: fragmente
warmtrinken
Morgen ist die Bloglesung des Handelsblattes. Falls jemand Lust hat, sich mit mir warmzutrinken: ich bin ab 17:30 im Schwarzen Schaf in Düsseldorf und im wirklichen Leben lustiger als in meinem Weblog.
sieben von x
Der siebenhundertste Tag ist ein bitterer, und ein Montag noch dazu.
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Four things, sagt DocDee.
Four jobs I’ve had:
– nicht gegen Bezahlung, aber: als Jugendliche habe ich im Hochsommer auf den elterlichen Wiesen Heu gemacht. Das funktioniert so: Gras wird geschnitten, dann trocknen gelassen und am Abend „zusammengerechelt“, also mit einem Rechen zu Walzen zusamengefaßt, damit es über Nacht nicht so viel Tau aufnimmt.
Am nächsten Morgen wird das Gras wieder verteilt, damit es möglichst gut trocknen kann. In der Mittagszeit oder am frühen Nachmittag wird das Heu gewendet, damit auch die andere Seite trocknen kann. Abends wird es wieder zu Walzen zusammengerechelt. Das macht man drei oder vier Tage hintereinander. Wenn es trocken ist, muß das Heu mit einer Gabel auf einen Wagen aufgeladen werden, wird in die Scheune gefahren und in den Dachstuhl „hochgegabelt“.
Ohne Maschinen Heu zu machen, ist die Hölle, besonders das Wenden zur Mittagszeit in der Gluthitze des Hochsommers. Andererseits: so habe ich eine gewisse Disziplin und ein Durchhaltevermögen erworben, auf das ich auch heute noch zurückgreifen kann.
– Kassiererin bei Schlecker: seitdem kein über eine gewisse Grundhygiene hinausgehendes Interesse an Pflegeprodukten mehr.
– Rezeptionistin in einem YMCA/ YWCA in Norwegen. Best job ever. Viele Leute kennengelernt, viel über den Umgang mit und meine Außenwirkung auf Leute gelernt, anschließend tolle Skandinavien-Reise gemacht.
– Roadie bei einer Zirkusproduktion. Natürlich sofort in den Clown verliebt. Sehr tragisch.
Four movies I can watch over and over:
Schwierig. Die Filme, die ich gut finde, sind meistens zu traurig, als daß ich sie oft sehen wollen würde:
– American History X
– die rote Laterne
– Pitch Black
(hier nur drei, bei den Serien dann fünf.)
Four places I’ve lived:
– kleines Dorf in Süddeutschland
– Regensburg
– Berlin
– Ruhrpott
Four TV shows I love:
– der Doktor und das liebe Vieh (sehr beruhigend)
– das Haus am Eaton Place (sehr beruhigend)
– Kingdom Hospital (schwächelt etwas zum Ende hin)
– King of Queens
– Deep Space Nine
Four places I’ve vacationed:
– Skandinavien
– England
– Usedom
– wo auch immer the Cure spielen: London, Paris, Brüssel, Dresden…
Four of my favorite dishes:
– Spaghetti Bolognese
– chinesisch süß-sauer
– indisch/ thailändisch mit Kokosnussmilch
– Madagaskar (Schokolade, die übrigens auch von Lidl unter Eigenmarke vertrieben wird.)
Four sites I visit daily:
die Blogs auf meiner Blogroll plus die ca. 120 Blogs in meinem Rss-reader.
Four places I would rather be right now:
– Pennsylvania
– Dresden
– Berlin
– meine Wohnung
Four bloggers to tag with this:
Glamourdick und Zahnwart haben bereits geantwortet. Der Hammerschmitt macht bei sowas ja grundsätzlich nie mit.
– Marie (Paßwort -> Mail an mich)
– Remington
– Parka Lewis
– Frau Modeste
slow song
Für Zufriedenheit oder Glück gibt es keine Worte. Das Unglück, die Depression, sie mag man seitenlag beschreiben, ihnen Lieder und Gedichte widmen.
Aber das Glück entwindet sich allen Beschreibungen, quecksilbergleich. Und wirft mir zum Abschied Blicke über die Schulter: „bin ich’s wirklich?“
Ist es wirklich Glück, daß mir die Tage ruhig und glatt vergehen. Entspannt bin ich, gelassen, in Gewohnheit eingebettet, mit Blick auf Dinge, die mich freuen. Pläne, die mich tragen. Alles scheint mir zu gelingen. Nichts ärgert mich. Nicht einmal, was mir fehlt, fehlt mir. Der Körper hat ein kurzes Gedächtnis. Hat sich schnell daran gewöhnt, daß es nur meine Hand ist, die mich berührt. Den Geist streicheln die Worte ferner Freunde.
Ist es wirklich Glück oder nur gefrorene Zeit. Langsamkeit.
ferner Freund
„Ich habe wieder so schlecht geschlafen“, sage ich. Unruhige Träume.
„Das kommt, weil ich nicht über Dich wachen konnte“, sagt mein Nachtwächter und nickt. Es war sein freier Tag.
(ohne Titel)
Ruth ruft an. Wir haben uns mehr als ein Jahr nicht gesprochen. Doch unser Band war nie völlig durchtrennt: eine SMS zum Geburtstag, eine Karte zu Weihnachten. Ich denke an sie, sie denkt an mich.
Wir erzählen uns ein Jahr in einer Stunde und finden schnell, was uns verbindet. She’s got an elegant mind. Ich liebe das an ihr.
Nach dem Schmuddelblogger fragt sie: damals Anlaß, aber nicht Grund für unsere Differenzen. Der Schmuddelblogger, Randnotiz in meinem Leben, Ruth aber, immer ein Teil davon. Und natürlich hatte sie recht, aber trotzdem mußte ich tun, was ich tun mußte. Alle Fehler sind notwenige Schritte auf dem Weg zu etwas richtigem.
Ich lege auf und bin ganz aufgekratzt, stöbere in alten Ordnern, in Erinnerungen. Ich gehe viel zu spät ins Bett und träume, ich könnte fliegen, lasse mich schwerelos von Luftströmungen tragen.
kaputt
Laptop: Bildschirm: flackert
Laptop: CD-Brenner: defekt
Auto: Außenspiegel: abgebrochen
Körper: linkes Bein: deformiert
Körper: rechter Backenzahn unten: schmerzt
(wird fortgesetzt)
mein linkes Bein
heute:

und vor einem Jahr:

Die Geschichte dazu:
hart aufgeschlagen.
Der dunkle Bereich unterhalb der Narbe ist immer noch ohne Gefühl. Manchmal habe ich Schmerzen im Bein; ein leichtes Pochen. Die Entscheidung, das Bein nicht operieren zu lassen, halte ich aber immer noch für richtig.
die Sache mit dem Haus
Ein Haus. Klein, damit man es mit Holz beheizen kann. Mit einem Obsthain. Apfelbäume, die Stämme bemoost. Kirschen und Zwetschgen. Ein großer Bauerngarten. Sanfte, grüne Hügel. Ein kleines Wäldchen.
Dort werde ich leben. Ein Hund wird mir Gefährte sein, ähnlich dem, der mir gestorben ist. Ein Mann wäre gut. Zum Holzhacken und auch, damit ich ihn wärmen kann. Die halbwilden Katzen kommen und gehen, wie es ihnen gefällt.
Ich weiß noch nicht, wo das Haus steht, das auf mich wartet. Vielleicht in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Oder im Osten Europas, wo die Preise niedrig sind. Womöglich dort, wo ich einmal gearbeitet haben werde: Pennsylvanien, Vermont, Kanada. Ich weiß nicht, was mich binden wird, in wessen Nähe ich sein möchte. Meine Arbeit wird es dann nicht mehr sein. Ich werde ein wenig Geld haben – verdient oder ererbt; ein Patent entwickelt. Ich werde Kartoffeln anbauen und damit meine Schweine füttern. Ich werde weinen, wenn sie geschlachtet werden und ihr Fleisch mit Ehrfurcht essen. Ich werde mit der Sonne aufstehen, die Tiere versorgen -Enten oder Gänse werden auch dabei sein-, den Garten bestellen und auch mal in der Hängematte liegen. Im Winter werde ich viele Bücher lesen.
Ich werde mich für alternative Energien interessieren; mit Windkraft und Solarenergie experimentieren. Wasser aus der eigenen Quelle.
Vielleicht werde ich etwas verkaufen. Fleisch von glücklichen Schweinen, selbstgemachte Marmelade. Entrümpelungen, Flohmarkt. Die Leute aus dem Dorf werden mich kennen und mich mögen, auch wenn sie mich für etwas seltsam halten.
Vielleicht wird mir dieses Leben nicht gefallen.
Aber ausprobieren werde ich es.
Vielleicht werde ich davon in einem Weblog erzählen.
Vielleicht wird es dieses hier sein.